Figure Skating is coming home

  • EM 2020
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Szene aus dem Wiener Eisrevue-Film "Frühling auf dem Eis" von 1950 // (c) Wienbibliothek im Rathaus

Figure Skating is coming home!


Österreich ist ein Land mit einer lange zurückreichenden Eiskunstlauf-Tradition. Die Leistungen österreichischer Sportler/innen und die von ihnen initiierten technische Entwicklungen gelten als entscheidende Wegbereiter für den Aufstieg und Fortschritt dieser Sportart. Im Jänner 2020 laden wir die europäische Eiskunstlauf-Elite, Trainer, Offizielle, Fans und alle Sport-Interessierte nach Graz zu den Europameisterschaften 2020 und möchten ihnen dabei auch die Wurzeln des Sportes in Erinnerung rufen.

Diese Wurzeln reichen bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Der Wiener Eislaufverein entwickelte sich damals zu einer regelrechten Talente-Schmiede mit internationalem Renommee. Österreichische Läufer sicherten sich deshalb ab den ersten Europameisterschaften 1891 regelmäßig vordere Plätze. Eduard Engelmann gewann als erster Österreicher 1892 und 1894 den Titel.

Erstes Kunsteis in Österreich

Einige Jahre später sorgte Ausnahme-Talent Engelmann mit einer technischen Innovation für weiteres Aufsehen: Die erste Kunsteisbahn wurde 1909 in Wien-Hernals eröffnet. Kunsteis verhalf österreichischen Sportler/innen zu einem wichtigen Vorteil, da sie nun unter deutlich besseren Bedingungen und über einen längeren Zeitraum hinweg trainieren konnten als Läufer in anderen Ländern. Diesen Vorsprung baute man 1912 zusätzlich aus, als auf 4.000 Quadratmetern die damals größte Kunsteisbahn Europas am Heumarkt ihre Pforten öffnete.

In den 1930er-Jahren feierte der wohl erfolgreichste Eiskunstläufer Österreichs überhaupt, Karl Schäfer, seine umjubelten Triumphe. Schäfer sicherte sich neben zahlreichen Europa- und Weltmeistertiteln zweimal Olympisches Gold (1932 und 1936) und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg den Vorläufer der Wiener Eisrevue. 

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Exportschlager Wiener Eisrevue

Diese war in den 50er- und 60er-Jahren auch international ungemein populär. Die Eisrevue zeigte ihre aufwändigen Produktionen weit über die österreichischen Grenzen hinaus, etwa in den USA und Nordafrika, und wurde zu einem wahren „Exportschlager“. Diese Gastauftritte waren entscheidende Weichensteller, die zu einem Imagewandel Österreichs und Wiens nach dem Zweiten Weltkrieg führte. Wien wurde wieder als Stadt des Tanzes und der Musik in anderen Ländern wahrgenommen.

Eva Pawlik hieß der gefeierte Star der erfolgreichen Anfangsjahre der Show. Die Europameisterin 1949, Vize-Weltmeisterin und Olympia-Zweite von 1948, trat in vielen Revue-Programmen nicht nur als Solo- sondern auch als Paarläuferin auf. Mit ihrem Mann Rudi Seeliger beherrschte sie akrobatische Schleuderfiguren, die davor noch nie gezeigt wurden. Pawlik's Leben ist detaillreich auf dieser Webseite dokumentiert.

Medaillenregen für Österreichs Top-Läufer

Der Eislauf-Nachwuchs profitierte ebenfalls von der Wiener Eisrevue. Ein Teil der Gewinne wurde in die Ausbildung junger Läufer investiert, um sie zu Höchstleistungen anzuspornen. Es dauerte nicht lange und die Rechnung ging auf. Ein wahrer Medaillen-Regen bei internationalen Meisterschaften bis in die 1970er-Jahren war die Folge, darunter Regine Heitzer und die Paarläufer Sissy Schwarz und Kurt Oppelt, Emmerich Danzer und Ingrid Wendl. Trixi Schuba war die bisher letzte Österreicherin, die Olympisches Gold im Eiskunstlauf nach Österreich heimbrachte. Das gelang der Wienerin, die für ihre besonders starken Pflichtfiguren bekannt war, bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Japan.

Claudia Kristofics-Binder war die bis heute letzte Österreicherin, die den Europameistertitel für sich reklamieren konnte. Und zwar im Jahr 1982. Am mittleren Bild in der Fotogalerie unten sieht man die glückliche Gewinnerin (Mitte) mit der Zweitplatzierten Katharina Witt (li.) und Jelena Wodoresowa, die Bronze für die UdSSR holte. Mehrere Top-5-Platzierungen bei EM und WM erreichten in den späten 80er-Jahren das Eistanz-Paar Katrin und Christoff Beck. Ralph Burghart, Julia Lautowa und Viktor Pfeifer konnten sich in der jüngeren Vergangenheit Plätze unter den besten zehn Läufer_innen in den EM-Einzeldisziplinen sichern.

Gegenwärtig sind Miriam Ziegler und Severin Kiefer die erfolgreichsten österreichischen Eiskunstläufer. Sie beendeten die letzten WM auf dem zehnten, die EM 2018 auf dem siebten Rang.

Im Ewigen Medaillenspiegel der Olympischen Spiele ist Eiskunstlauf mit 7 Gold-, 9 Silber- und 4 Bronze-Medaillen die zweiterfolgreichste österreichische Sportart aller Zeiten, nur im Skisport haben österreichische Athletinnen und Athleten insgesamt besser abgeschnitten.

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